Am Samstag, den 28. Februar drang eine ungewohnte Geräuschkulisse aus der Museumsscheune: Acht experimentierfreudige Teilnehmende hatten sich im Archäologischen Museum Gensungen versammelt, um unter Anleitung der Flintknapping-Expertin Elena Moos die Grundlagen der Silexbearbeitung zu erlernen.
Nach einer anschaulichen theoretischen Einführung in Rohmaterialkunde und Schlagtechniken ging es direkt in die Praxis. An vorbereiteten Kernsteinen übten wir die indirekte Schlagtechnik: Mit Geweih-Punch, Holzschlegel und Lederunterlage galt es, den richtigen Schlagwinkel und die passende Entfernung zur Schlagkante zu finden, um kontrolliert Klingen und Abschläge zu produzieren. Die entstandenen Klingen wurden anschließend mittels Druckretusche weiterbearbeitet. Mit Druckstab und Lederpad versuchten die Teilnehmenden sich daran, Werkzeuge wie Kratzer, Schaber, Bohrer oder Stichel herzustellen.
Besondere Highlights waren Demonstrationen der Kernpräparation aus einer Silexknolle sowie der Herstellung feiner Lamellen (kleinste Klingen). Darüber hinaus konnten zahlreiche von Elena Moos gefertigte Stücke bestaunt werden, darunter filigrane Pfeilspitzen, Fischschwanzdolche und Kompositgeräte, die eindrucksvoll zeigen, welches handwerkliche Können und welche Erfahrung hinter dieser steinzeitlichen Technik stehen.
Auch für das leibliche Wohl war – ganz in der Tradition unseres Museumsvereins – bestens gesorgt.
Wir danken Elena Moos herzlich für diesen spannenden und lehrreichen Tag. Mit großer Fachkenntnis und klarer Vermittlung machte sie die komplexen Abläufe der Feuersteinbearbeitung verständlich und nachvollziehbar. Am Ende des Tages waren nicht nur unsere Taschen voller Silex-Klingen, sondern auch unsere Köpfe voller neuer Erkenntnisse und die Begeisterung für ein Handwerk spürbar, das die Steinzeit auf besondere Weise erfahrbar macht.
Ein paar Eindrücke des Tages gibt es in der Galerie zu sehen: