Arbeitsgemeinschaft

Im Jahre 1956 wurde ein 12000 Jahre alter Menschenschädel im Felsberger Ortsteil Rhünda gefunden. Dieser Fund und erfolgreiche Grabungen des Amtes für Vor- und Frühgeschichte in Marburg auf dem St. Albansgelände in Gensungen waren die Initialzündung zur Gründung einer „Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte Gensungen e.V.“ im Jahr 1973. Die Mitglieder dieser AG hatten sich zum Ziel gesetzt, Licht in die Vergangenheit Gensungens und des Altkreises Melsungen zu bringen.

Seitdem wird die Geschichte dieses Raumes mit archäologischem Sachverstand durch Feldbegehungen, Exkursionen und wissenschaftliche Grabungen akribisch dokumentiert. Die Fundstücke werden gesäubert, gehärtet, vermessen, bestimmt, gezeichnet, fotografiert, restauriert und schließlich inventarisiert und archiviert. Die so erstellten Archive bilden die Basis für die wissenschaftliche Erforschung der Vergangenheit der Region und helfen bei der Anfertigung von Examens-, Magister- und Doktorarbeiten.

Die interessantesten Funde sind im Museum Gensungen, dessen Trägerin ebenfalls die Arbeitsgemeinschaft ist, ausgestellt. Die Dauerausstellung wird in unregelmäßigen Abständen durch thematische Sonderausstellungen ergänzt.

Im Laufe der Jahre hat sich das Tätigkeitsfeld der Arbeitsgemeinschaft erweitert. Inzwischen bietet parallel zu den vor- und frühgeschichtlichen Themen auch die Volkskunde der Region einen Schwerpunkt der Arbeit. In einem ehemaligen Tagelöhnerhaus sowie einem museumseigenen Backhaus wird „Leben und Arbeiten vor 150 Jahren“ dokumentiert.  Darüber hinaus werden historische Dokumente, Karten, Akten und Fotos gesammelt und archiviert.

In Zusammenarbeit mit dem Zweigverein für Hessische Geschichte und Landeskunde Felsberg e.V. werden Vortragsreihen in der Museumsscheune angeboten.

In den Jahren 2011 bis 2013 erarbeitete und gestaltete die AG vier archäologische Pfade. Sie führen durch die umgebende Landschaft und informieren auf Tafeln über die Archäologie der Region. Wanderfreudige Interessierte an Vor- und Frühgeschichte tauchen so beim Wandern durch die gegenwärtige Landschaft mit ihrer Flora und Fauna zugleich in die Geschichte dieses Raumes ein.

Im Jahr 2019 wurde die Dauerausstellung des Museums mit fachkundiger Hilfe aufwendig modernisiert und neu gestaltet. Die Funde erstrahlen seither im neuen Licht, die Ausstellung wird durch Rekonstruktionen und durch interaktive digitale Medien vervollständigt. Sogar auf einem virtuellen Rundgang kann das Museum mittlerweile besichtigt werden. 

Im Jahr 2023 wird das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte Gensungen e.V. begangen! 

Die AG und ihre Mitglieder sind für ihre umfassenden Tätigkeiten mehrfach ausgezeichnet worden:

  • August 1986: Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises
  • September 1986: Verleihung des Paul-Dierichs-Preises
  • April 2008: Verleihung des Ehrenpreises „Beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement des Schwalm-Eder-Kreises“
  • Ehrenbriefe des Landes Hessens für verdiente Vereinsmitglieder
  • September 2020: Auszeichnung „Museum des Monats“ durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Das Landesamt für Denkmalpflege in Marburg und die Kommission für archäologische Landesforschung, die Uni Marburg (Seminar für Vor- und Frühgeschichte) und der Museumsverband in Kassel sind die wichtigsten Zusammenarbeitspartnerinnen.

Vorstandmitglieder:
Jörg-Harald Rode (1. Vorsitzender)
Christian Lengemann (2. Vorsitzender)
Gabriele Gräfe (Kassiererin)
Heidi Clobes (Schriftführerin)
Daniela Heller (Pressewartin)
Kurt Sänger (Ehrenvorsitzender)

Satzung