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Vokalquartett „Ohrenweide” begeisterte Zuhörer in der Gensunger Museumsscheune

Von Manfred Schaake

Gensungen. Vorweihnachtliche Stimmung in der Gensunger Museumsscheune: Das Vokalquartett „Ohrenweide” unter der Leitung von Uwe Henkhaus aus Betziesdorf bei Marburg hat am Samstagnachmittag beim Adventskonzert die Zuhörer begeistert. Henkhaus, Claudine Richard-Mäßer, Claudia Bischofsberger und Thomas Schlosser präsentierten Lieder und weihnachtliche Geschichten aus aller Welt. Sie traten auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte auf. Das Motto: Sagenhafte Weihnacht. Es gab anhaltenden Beifall und zwei Zugaben. Die Aufforderung von Uwe Henkhaus, „Sie singen mit”, war ein toller Erfolg. Alle Zuhörer stimmten mit ein.

Henkhaus war nun schon zum zwölften Mal zu Gast in Gensungen. Zehn Jahre lang war dieses beliebte Konzert vom „Hessenquartett” unter seiner Leitung gestaltet worden. Nach 35 Jahren hatte sich diese Formation aufgelöst, weil die Mitglieder aufgrund beruflicher Veränderungen und des damit verbundenen neuen Wohnorts nicht mehr miteinanderüben konnten. Neu bildete sich das Vokalquartett „Ohrenweide” – nun zum zweiten Mal zu Gast in Gensungen. Bischofsberger, Richard-Mäßer und Schlosser singen im Chor Soundhaufen Maulbach im Vogelsberg, den Henkhaus leitet.

Unter dem historischen Gebälk der vorbildlich restaurierten Museumsscheune machte sich manch einer der über 90 Zuhörer Gedanken darüber, wie es einst an der Krippe im kalten Stall von Bethlehem war. Zwischen den Titeln  wie zum Beispiel Tochter Zion, O Heiland, reiß den Himmel auf, Freut Euch Ihr Christen, Maria durch den Dornwald ging, Wir sagen Euch an den lieben Advent und Ich steh an Deiner Krippen hier Und Morgen kommt der Weihnachtsmann stimmte das Quartett auf Weihnachten und Christi Geburt ein. Mal freudig, mal ernst erklangen die schönsten Lieder aus vielen Ländern und Epochen. Sagen und Geschichten von der Heiligen Barbara über den Nikolaus, Knecht Ruprecht und Elisabeth, Frau Holle bis hin zu den Drei Königen lockerten das Programm zwischen Fröhlichem und Besinnlichem auch mit Erinnerungen an die Kindertage auf. Und dabei kam auch die Sehnsucht nach Liebe und Frieden zum Ausdruck. Das Publikum erfuhr auch, dass es in den USA Brauch ist, Gurken aus Glas in den Weihnachtsbaum zu hängen.

„Ohrenweide” entführte das Publikum in das weite Feld der Weihnachtslieder. Die Atmosphäre hob sich deutlich vom heutigen kommerzialisierten Adventsgeschehen ab. Alle Jahre wieder genießen die Besucher vor und nach dem Konzert sowie in der Pause auch im festlich geschmückten Innenhof des Museums die besondere Atmosphäre. Dafür sorgt die engagierte Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte. Mehr als etwas über 90 Gäste passen nicht in die Museumsscheune. Und gerade das macht die gemütliche Atmosphäre zwischen Musik, Glühwein, Fettenbrot, Ahler Wurscht und Backspezialitäten aus.

 

„Sagenhafte Weihnacht gibt es nur in unserem Gensunger Museum”, sagte Jörg-Harald Rode, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte. Das hebe sich ab von sagenhaft kommerzieller Weihnacht, wie er sie im Vorjahr bei einem Konzert im Advent in Hamburg mit über 14 000 Besuchern erlebt habe. Rode sagte zu Henkhaus und seinem Team: „Sie sind aus unserem Jahresprogramm nicht mehr wegzudenken.”Für das Quartett gab es Ahle Wurscht aus dem Edertal und „Geschichten aus Nordhessen”. Rode dankte der Stadtsparkasse Felsberg sowie Edeka Stieglitz für die Unterstützung. Das Konzert ist so beliebt, dass sich schon mehr als 60 Zuhörer für das Konzert im Advent 2017 angemeldet haben. Ein Besucher: „Immer wieder ein einmalig schönes Erlebnis.”

 

HINTERGRUND

Das Treibhaus der Unsittlichkeit

Uwe Henkhaus, Jahrgang 1958, agiert auf vielen musikalischen Feldern. Der Chef des Vokalquartetts „Ohrenweide” ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hessischen Musikarchiv der Philipps-Universität Marburg und Dozent an der Marburger Chorleiterschule. Er ist Chorleiter, Komponist, Juror, Musikjournalist und hat schon viele wichtige Musik-Preise erhalten. Neben zahlreichen Konzertreisen ins In- und Ausland gewann er mit seinen Chören unter anderem den Hessischen Chorwettbewerb, mehrfach den Hessischen Chorpreis und vertrat das Land Hessen zweimal beim Hessischen Chorwettbewerb in der Sparte Jazz. Er ist Vizepräsident des Landes-Musikrates Hessen – der oberste Verband aller Musiktreibenden in Hessen mit über einer Million Mitglieder. Dazu gehören unter anderem der Mitteldeutsche Sängerbund, Opernchöre und Rundfunkorchester.

Henkhaus ist auch Buchautor. Er schrieb „Das Treibhaus der Unsittlichkeit”, das das Leben in hessischen Spinnstuben beschreibt. Auf eine dem Buch beiliegende CD mit Texten und Liedern des Musikers wurden Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte Gensungen aufmerksam. So kam es  einst zu der Begegnung mit den Hessenvokalquartett. Kurt Sänger, Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte: „Wir sind glücklich über die jahrelange, gute Zusammenarbeit.” (m.s.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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