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Exkursion zur Burg Plesse

Am Samstag, 30. Juli, führt die AG für Vor- und Frühgeschichte Gensungen zusammen mit dem Geschichtsverein Felsberg eine Exkursion zur Burg Plesse durch.

Die Plesse liegt ca. 7. Km nordwestlich von Göttingen auf einem 350 Meter hohen Bergsporn über dem Leinetal.

Thomas Moritz, Spezialist für fächerübergreifende Burgenforschung (Castellogie), wird unsere Gruppe führen. Er erforscht seit den frühen 1980er Jahren in Zusammenarbeit mit Kollegen der Uni Göttingen diese 1000 Jahre alte Burg

Die Burg Plesse befand sich von 1571 bis 1814 im Besitz der Landgrafen von Hessen-Kassel, die – wie Moritz herausgefunden hat – ein Faible für eine bestimmte Art von Kachelöfen hatten. Die Kacheln wurden in denselben ‚Kachel-Modeln‘ geformt. Sie sind absolut identisch, deshaBurg Plesselb werden sie als ‚Landgräflich Hessische Familienöfen‘ bezeichnet. Bei einer Internetrecherche kam Moritz auf die Spur von schwarz glasierten Ofenkacheln, die vor über 30 Jahren auf dem Gebiet der Kartause geborgen wurden  und  im Magazin des Gensunger Museums deponiert sind. Die Untersuchung der Scherben brachte die Gewissheit, dass  sie von einem Landgräflich Hessischen Familienofen stammen.

Das Verzeichnis der Fundstellen und Verwahrungsorte der Öfen liest sich wie ein kleines „Who is Who“ der (nord-)hessischen Burgenwelt: Eppenberg/Kartause“ (nach der Auflassung des Klosters wurde hier ein Jagdschloss der Landgrafen eingebaut), Domäne Mittelhof-Gensungen, Schloss Spangenberg, Schloss Riede/Habichtswald, Boyneburg/Sontra, Schloss Wilhelmsburg/Schmalkalden, Schloss/Brake, Burg Plesse.

Herr Moritz hat darüber am 4.11. 2015 im Gensunger Museum einen spannenden Vortrag gehalten und zu einem Besuch der Plesse eingeladen.

Die Führung dauert ca. 1,5 bis 2 Stunden. Anschließend gibt es Mittagessen in der Burgschänke à la carte.

Wir starten mit Fahrgemeinschaften um 9.00 Uhr am Museum Gensungen.Die Führung beginnt um 10.30 Uhr am Parkplatz der Plesse. Sie ist kostenlos.

Anmeldungen zu dieser Veranstaltung bitte unter:

E-Mail: ag-museum-gensungen@t-online.de oder

Telefon: 05662 / 2370.

 

 

 

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„Scherbenkongress“ im Gensunger Museum

61 ehrenamtliche Mitarbeiter der Hessischen Landesarchäologie trafen sich am 11. Juni auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte Gensungen e.V. zum Erfahrungsaustausch im Gensunger Museum.

Einen Schwerpunkt der Veranstaltung bildete der Vortrag von Hans-Jörg Vierke über die ‚Steinzeit im Chattengau‘. Um steinzeitliche Artefakte zum Reden zu bringen, hat Vierke eine spezielle Technik im BereiIMG_3319ch der Makrofotografie angewandt. Mit Hilfe spezieller Computerprogramme zur Bildbearbeitung ist es möglich, Bearbeitungsspuren sichtbar zu machen, die mit menschlichem Auge nicht erkennbar sind. Tiefenschärfe und Farbqualität seiner Bilder sind  trotz tausendfacher Vergrößerung frappierend.  18 mm große Pfeilspitzen erscheinen in 1,80 Meter Größe auf der Leinwand.  Das bringt nicht nur fachliche Erkenntnisse, sondern bereitet auch ästhetischen Genuss.

Daneben präsentierten die Teilnehmer zahlreiche neue Fundstücke aus der Region, die gemeinsam begutachtet und zeitlich zugeordnet wurden.

Stadtrat Klaus Albert, der die Grüße der Stadt überbrachte, betonte die herausragenden Leistungen der Arbeitsgemeinschaft auf dem Gebiet der Archäologie.

Die Bezirksarchäologen Dr. Thiedmann und Dr. Sippel vom Landesamt für Denkmalschutz in Marburg würdigten die seit 11 Jahren bestehende Institution ‚Scherbenkongress‘ als wertvolle Einrichtung, die landesweit einzigartig sei und  wichtige Informationsbörse für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der ‚Hessenarchäologie‘ .

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Nicht unerwähnt bleiben sollte die überaus angenehme Atmosphäre im Museumshof und die gewohnt gute Verköstigung aller Teilnehmer durch die Aktiven des Vereins.

 

 

 

 

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