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Zum Keltenfürsten am Glauberg

führt die Exkursion, die die AG für Vor- und Frühgeschichte Gensungen und der Geschichtsverein Felsberg am Samstag, 22. Juli, anbieten.

Der Glauberg – in der Wetterau gelegen – ist ein ganz besonderer Ort, der bereits schon in der Jungsteinzeit (5. Jhd. vor Chr.) besiedelt war.

Grabungen des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden, in den Jahren 1994 – 1997 förderten Funde zutage, die einzigartig sind und weltweit als Sensation gewertet werden, das gilt insbesondere für die lebensgroße Sandsteinstatue eines Keltenfürsten.

2011 wurde am Glauberg einer der spektakulärsten Museumsbauten Deutschlands eröffnet. Hier wird die Kultur der Kelten präsentiert, in deren Mittelpunkt die einzigartigen Funde stehen. Zur Keltenwelt am Glauberg gehört auch ein 30 Hektar großer Archäologischer Park und ein Forschungszentrum, das noch Generationen von Archäologen beschäftigen wird.

Das Exkursionsprogramm startet um 10.30 Uhr mit der Ankunft am Glauberg. Um 11.00 Uhr beginnt eine ca. einstündige Führung durch das Keltenmuseum. Anschließend besteht die Möglichkeit, sich im Museums-Bistro zu stärken, bevor die Leiterin des Museums, Frau Dr. Vera Rupp, uns durch den Archäologischen Park führen wird.

Es entstehen Kosten für Eintritt und Führung in Höhe von ca. 10 Euro (abhängig von Teilnehmerzahl).

Wir starten am Samstag, 22.7., mit Fahrgemeinschaften um 8.30 Uhr am Museum Gensungen.

Verbindliche Anmeldungen zu dieser Veranstaltung bitte bis zum Mittwoch, 19.7.2017 unter ag@museum-gensungen.de oder 05662/2370 oder 05662/1799.


 

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Bericht zum Scherben-Kongress 2017

Rarität aus der Böschung

Christian Lengemann fand Reste einer Tasse aus der Eisenzeit auf der Edeka-Baustelle Gensungen

Von Manfred Schaake

Das Museum Gensungen der Arbeitsgemeinschaft (AG) für Vor- und Frühgeschichte ist um eine Rarität reicher. Dort werden nach der Wiedereröffnung nach der jetzt angelaufenen Neugestaltung Reste einer Tasse zu bewundern  sein, die aus der Eisenzeit stammt – etwa 800 Jahre vor Christi Geburt. Das ist der bisher älteste Fund im Ortskern Gensungen und beweist, dass zu dieser Zeit schon Menschen im Ortskern gelebt haben. Präsentiert wurde das Fundstück beim 12. Scherbenkongress im Museum – jedes Jahr beliebter Treffpunkt ehren- und hauptamtlicher Archäologen aus Nordhessen.

Archäologie-Student Christian Lengemann (27) aus Melgershausen hat die Tassenreste gefunden. Er hat ein Herz für Scherben. Und einen besonders guten Spürsinn. An der Baustelle für den neuen Edeka Markt auf dem Gelände des im Vorjahr abgerissenen Hofes Kühnel entdeckte er jede Menge mittelalterliche und neuzeitliche Funde. „Die Tasse guckte aus der Böschung”, berichtet er, „das ist schon etwas Besonderes”. Es könnte auch eine Grab-Beigabe gewesen sein.

Mit ihm war Lars Asmus (31) aus Dillich unterwegs. Er arbeitet bei B. Braun und ist als Hobbyarchäologe Sondengänger. Dank der Sonde fand er auf dem Baugelände Bruchstücke einer Gewandnadel aus Bronze – nur zwei Zentimeter lang. Nach Angaben des Bezirksarchäologen Dr. Andreas Thiedmann stammt sie aus der jüngeren Eisenzeit – ab 450 Jahre vor Christus.

„Archäologie hat Konjunktur, insbesondere im Ehrenamtsbereich”, sagte Jörg-Harald Rode, Vorsitzender der Gensunger AG. Die Baustelle für den neuen Markt habe auch für die neuer Geschichte Erkenntnisse geliefert. Beim Abbruch hatte man Backsteine mit der Prägung High Level Co. Gensungen gefunden. Das gab zunächst Rätsel auf. Mitglieder der AG und des Stadtarchivs fanden nach intensiven Recherchen heraus, dass es am Ende des 19. Jahrhunderts zwischen dem Mittelhof und dem ehemaligen Kloster Kartause eine Ziegelhütte der High Level Coal an Brick Co. Limited Manchester gegeben hatte. Rode: „Die englischen Gesellschafter wollten offenbar am Gründerzeitboom Kassels teilhaben und haben – bevor sie nach zwei bis drei Jahren wieder pleite waren – hier maschinell Ziegel gepresst, die nicht gebrannt wurden, trotzdem aber sehr haltbar waren.”

 

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