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Die letzte geführte Wanderung des Jahres der AG für Vor-und Frühgeschichte

„Zum Eiszeitjäger von Rhünda“

findet am Donnerstag, 3. Oktober, statt

Vor 63 Jahren wurde einen Tag nach einem schweren Unwetter am Ufer des Rhündaer Baches der ‚Schädel des Eiszeitjägers von Rhünda‘ gefunden. Man hielt ihn zunächst für den Schädel einer ca. 30000 Jahre alten Neandertalerin.

Heute wissen wir, dass der Schädel von einem Mann stammt, einem anatomisch modernen Menschen. Er durchstreifte vor ca. 12000 Jahren die Niederungen von Schwalm und Eder.

Damit ist er der älteste Hesse.

Der archäologisch-historische Pfad 2 „Zum Eiszeitjäger von Rhünda“ präsentiert einige der sichtbaren und auch der verborgenen Schätze unserer Menschheitsgeschichte in der Ederaue, unter anderem die Fundstelle des Schädels vom Eiszeitjäger.

Eine Vielzahl von Funden und nicht zuletzt die Ruinen der Altenburg und der Felsburg jenseits der Eder sind Zeugen der bewegten Geschichte des Edertals. Auf zwölf Informationstafeln entlang des Pfades werden die vor- und frühgeschichtlichen Fundstücke erläutert, die in der Nähe der jeweiligen Tafel gesichtet wurden.

Die Tour führt zunächst vom Museum Gensungen an der Eder entlang bis zur Schwalm-Mündung und zum Fundort des Eiszeitjägers. Nach Überqueren der Bundesstraße wird der Ameisenküppel erreicht, auf dem umfangreiche archäologische Grabungen stattfanden. Von dort führt der Pfad durch Rhündas Ortsmitte, hinauf zur Hopfenberghütte. Von der Hopfenberghütte und parallel zur Eder eröffnet der Pfad weite Blicke über Felsberg und die „nordhessische Toskana“ mit ihren Basaltkuppen. Die Führung endet am Museum Gensungen. Dort erwartet die Wanderer ein kleiner Imbiss und die Gelegenheit, die unterwegs beschriebenen Funde zu besichtigen.

Der Rundweg ist knapp 9 Kilometer lang und steigt von der Schwalmmündung  bis zur Hopfenberghütte ca. 70 m an.

Von April bis Oktober finden diverse Führungen auf den 4 archäologischen Pfaden im Felsberger Stadtgebiet durch Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte statt. Die Termine werden auf der Homepage des Museums Gensungen und in aktuellen Pressemitteilungen angekündigt. Gruppen können zusätzliche Termine vereinbaren.

Der Rundweg ist knapp 9 Kilometer lang und steigt von der Schwalmmündung  bis zur Hopfenberghütte ca. 70 m an.

Die Führung beginnt amDonnerstag, 3.Oktoberr um 10.00 Uhr am Museum Gensungen, sie ist kostenfrei und dauert ca. 5 Stunden.

Anmeldungen unter Tel. 05662 50231; 05662 2280, 05683 7792 oder

E-Mail: ag@museum-gensungen.de

 

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Museum fit für die Zukunft

Gensunger Ausstellung nach pädagogischen Gesichtspunkten umgestaltet

Von Manfred Schaake

Vom ältesten Hessen bis zu dem Erlebnis, wie im Hubschrauber über Heiligenberg, Felsburg und Altenburg zu fliegen, bietet das Museum Gensungen künftig ganz neue Einblicke in die Geschichte unserer Heimat. Nach über zweijährigen Umbau- und Renovierungsarbeiten wird das völlig neu gestaltete Museum am Sonntag, 19. Mai – dem 42. internationalen Museumstag – um 14 Uhr wieder öffnen. Es ist an diesem Tag bis 17 Uhr geöffnet. Der Museumshof ist bewirtschaftet.
Dank der Initiative der Arbeitsgemeinschaft (AG) für Vor- und Frühgeschichte und einer Förderung durch das Land Hessen und den Hessischen Museumsverband konnte die seit 2017 laufende museumspädagogische Gestaltung mit multimedialen Präsentationsformen noch erweitert werden. Das verlängerte zwar die Schließungsphase, aber die AG zieht einen erfolgreichen Schlussstrich: Die Geschichte sei jetzt noch besser erlebbar und begreifbar.
„Wir haben unser Museum für die Zukunft fit gemacht”, sagt AG-Vorsitzender Jörg-Harald Rode im HNA-Gespräch. Der Schwalm-Eder-Kreis sei vom Hessischen Kunst- und Kulturministerium kürzlich in das Projekt Landkulturperlen aufgenommen worden. Rode: „Ich wünsche mir, dass das Museum Gensungen als eine solche Perle wahrgenommen wird.”
Zu den Gesamtkosten von 160 000 Euro gab es nach Angaben der AG bis zu 80 Prozent Zuschüsse und Spenden. Den Löwenanteil der Arbeitsleistung erbrachten acht Mitglieder der AG: Sie leisteten 3800 Stunden freiwilligen Arbeitsdient. Ein beispielhafter Aufwand, der sich gelohnt hat, wie namens der AG auch Rolf Fröhlich und Kurt Sänger dankbar unterstreichen.
Der älteste Hesse – das ist der Eiszeitjäger von Rhünda. In der Nacht vom 19. zum 20. Juli 1956 spülten die Fluten eines schweren Unwetters am Rhündabach einen Schädel frei, der nach wissenschaftlichen Untersuchungen etwa 12 000 Jahre alt ist. Die damals zehnjährigen Günther Otys und Reinhart Wendel fanden den Schädel am Bachufer. Die Nachbildung ist nach den Worten von Rode, Rolf Fröhlich und Kurt Sänger eine der Attraktionen des Gensunger Museums – etwas Besonderes, deutschlandweit etwas Einzigartiges. Die Gensunger Geschichtskenner „tauften” den Menschen, zu dem der Schädel gehört, Eiszeitjäger von Rhünda. Das Original befindet sich im Kasseler Landesmuseum.
Wichtigste Partner beim Umbau des Museums waren das Landesamt für Denkmalpflege, die Kommission für archäologische Landesforschung, die Universität Marburg, der Hessische Museumsverband und das Landesmuseum Kassel. Im ehemaligen Bürgermeisteramt Gensungen wird die Geschichte des Altkreises Melsungen aus der Zeit 200 000 Jahre vor Christi Geburt bis ins Mittelalter dokumentiert. Auch für junge Menschen, so die AG, sei das Museum nun attraktiver: Die Geschichte werde durch technische und gestalterische Projekte besser vermittelt und kommuniziert.
Ein Beispiel: Im Original nur drei bis fünf Zentimeter großes Steinwerkzeug aus der Altsteinzeit wird auf einem Monitor bis zu 13-fach vergrößert. So kann der Betrachter beispielsweise sehr gut die Bearbeitungsspuren erkennen. Ermöglicht wird dies durch die Unterstützung des Hobbyfotografen Jörg Vierke aus Metzte durch eine sehr aufwändige Makrofotografie. WEITERE BERICHTE
Fachfrau: Vorbild für kleine Museen
Seit Jahren war die Präsentation in den Vitrinen unverändert. Der gute Rat des Hessischen Museumsverbandes: „Ihr seid wissenschaftlich top, müsst aber museumspädagogisch aufrüsten, damit der Laie besser angesprochen wird.” Dr. Ulrike Adamek von der Museumsberatung des Verbandes: „Die 30 Jahre alte Dauerausstellung war optisch überaltert und das Konzept entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen an Vermittlung im Museum.” Die jetzige professionelle Museumsgestaltung könne ein Vorbild sein für kleine Museen, die in der Zukunft bestehen wollen. Fachliche Beratung sei hilfreich. Dr. Adamek: „Die Zahl der Museen sollte nicht mehr steigen, verbessern könnte sich jedoch mancherorts die Qualität. Eine attraktive, facettenreiche Museumslandschaft kennt keinen Stillstand.” m.s.
 
Von Grau bis Rot
Zum erweiterten Museumskonzept gehört auch die neue Vitrinengestaltung nach der Vorgabe des Grafikers Steffen Härtel-Klopprogge aus Kassel. Die Farben der Vitrinen-Rückwände werden verschiedenen Zeitepochen zugeordnet. Es beginnt mit dem Grau der grauen Vorzeit und setzt sich fort über warme, gedeckte Grün- und erdige Orangentöne bis hin zum Rot. Mit der neuen Farb-Zeit-Skala wird die Zuordnung der Farben und Epochen deutlich. Die neu gestalteten Hintergründe lassen die ausgestellten Objekte gut in den Vordergrund treten. Die Illustrationen sollen unaufdringlich, aber klar erkennbar sein. Die Arbeitsgemeinschaft ist sich sicher, dass das völlig  neue Konzept überregionale Beachtung finden und insbesondere Kinder und Jugendliche für die Geschichte unserer Region sensibilisieren wird.  m.s.
 
HINTERGRUND
Faustkeil das älteste Stück
Das Gensunger Museum im ehemaligen Bürgermeisteramt besteht seit 1973. Die Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte zeigt schwerpunktmäßig archäologische Funde aus dem Altkreis Melsungen, insbesondere aus dem unteren Edertal. Das älteste Stück ist ein Faustkeil aus dem Sunderbachtal.
Zum Museum gehört auch eine permanente Sammlung im Tagelöhnerhaus, die im Rahmen von Sonderausstellungen in der Museummscheune ergänzt wird.
Bisher kamen pro Jahr während der Öffnungszeit von April bis Oktober samstags und sonntags rund 1000 Besucher. Es waren aber auch schon 1200 und im Jahr 2015 sogar 1350 Besucher in nur sechs Monaten.
Die Arbeitsgemeinschaft ist für ihr Engagement mehrfach ausgezeichnet worden – unter anderem mit dem Paul-Dierichs-Preis unserer Zeitung, dem Hessischen Denkmalschutzpreis und dem Ehrenpreis des Schwalm-Eder-Kreises für beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement.
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